Hammerbrook hat keine Relevanz in den Medien der Stadt. Kein Stadtteilmagazin. Keine Reporter, die hinschauen, wenn am Billebogen gebaut wird, der Bezirk über die Zukunft der Wendenstraße entscheidet oder im Münzviertel mal wieder über Milieuschutz gestritten wird.
HAMMERBRONX schließt diese Lücke. Ab dem 31. Mai 2026 schreiben wir auf, was in Hammerbrook passiert — Bezirkspolitik, Stadtentwicklung, Blaulicht, fundierte Hintergrund-Dossiers. Hier auf der Website, im Telegram-Kanal, jeden Sonntag im HAMMERBRONX-Newsletter.
Weil’s sonst keiner macht.
Der Stadtteil
Hammerbrook ist kein normaler Stadtteil. Hammerbrook ist ein Stadtteil, den man erklären muss.
Um 1910 lebten hier rund 60.000 Menschen. Backsteinhäuser, Hinterhöfe, Fabriken am Kanal: Hammerbrook war eines der dichtesten Arbeiterviertel Deutschlands. Dann kam die Nacht des 27. Juli 1943, der Feuersturm der Operation Gomorrha zerstörte den Stadtteil fast vollständig. Rund 12.000 Menschen starben allein in Hammerbrook – bei insgesamt etwa 34.000 Toten der gesamten Angriffsserie auf Hamburg.
Was danach folgte, war kein Wiederaufbau. Es war ein radikaler Bruch: Statt Wohnhäuser entstanden Bürokomplexe, statt Hinterhöfe Parkplätze, statt Nachbarschaft die City Süd – ein Büro-Standort, der tagsüber von 20.000 Pendlern bevölkert wird und abends still ist wie das Saturn-Parkdeck in der Mönckebergstraße nach Feierabend.
Aber Hammerbrook verändert sich. Am SonninPark, im Quartier Hammerleev, am Billebogen entstehen Wohnungen, wo vorher Brache war. In einem Jahrzehnt hat sich die Bevölkerung von 1.700 auf fast 7.000 mehr als vervierfacht. Das Durchschnittsalter liegt bei 32 Jahren – rund zehn Jahre unter dem Hamburger Mittel. Damit ist Hammerbrook einer der jüngsten Stadtteile Hamburgs.
Wer jetzt hierher zieht, landet in einem Stadtteil, der kaum älter aussieht als man selbst. Neubauten am Sonninkanal, Bürotürme aus den Neunzigern, dazwischen ein Loch von achtzig Jahren. Diese Geschichte kennt fast niemand. Aber sie erklärt alles – warum es keinen Hausarzt gibt, warum die Straßen so breit sind, warum hier abends gefühlt die Kantsteine hochgeklappt werden.
Hammerbrook hat keine gewachsene Identität.
Es hat eine zerstörte, eine verschwundene und eine, die gerade erst entsteht.
Die Lücke
Wer in Hammerbrook lebt, erfährt wie der Rest der Stadt in Echtzeit, wenn im Diekmoor ein Kleingartenverein plattgemacht wird, in Barmbek der Strom ausfällt oder in Eimsbüttel die Hauptwasserleitung platzt. Wenn es Hammerbrook mal in der Zeitung schafft, dann meistens wegen eines Polizeieinsatzes am Hauptbahnhof oder einer Großbaustelle auf der Amsinckstraße. Was im Stadtteil selbst passiert, jenseits von Crime und Chaos, erfährt man aus den Hamburger Lokalmedien fast nie.
Dabei gibt es genug Themen, die deinen Alltag bestimmen. Themen, die Hintergrund brauchen. Wer nicht weiß, dass Hammerbrook nach 1943 als reine Bürostadt wiederaufgebaut wurde, versteht nicht, warum die Infrastruktur für Bewohnerinnen und Bewohner bis heute fehlt. Wer die Billebogen-Planung nicht kennt, kann nicht einordnen, was die Baustelle vor der Tür bedeutet.
HAMMERBRONX liefert diesen Hintergrund. Nicht als Meinung. Als Handwerk.

Wer dahinter steckt
HAMMERBRONX wurde 2026 von Felix Horstmann gegründet – einem Hamburger Jung, der bei der MOPO acht Jahre lang lernte, wie guter Lokaljournalismus funktioniert, wenn er ernst gemeint und handwerklich sauber gemacht ist.
Highlight seines Reporter-Daseins war eine Wanderung vor 13 Jahren: In knapp zwei Wochen ging’s für Felix mit seinem damaligen Kollegen Volker Schimkus zu Fuß um Hamburg. Das Reporter-Duo übernachtete bei Leserinnen und Lesern, berichtete vom Straßenrand. Der Branchen-Dienst „Meedia” nannte die MOPO-Serie „ein Vorbild für Lokaljournalismus”, später wurde „Zu Fuß um Hamburg“ mit einen Journalistenpreis ausgezeichnet.
Nach 37 Jahren zog Felix 2025 von Barmbek nach Hammerbrook. Was er nicht ahnte: Er zog damit in einen Stadtteil ohne Stimme. Mit nur einem Supermarkt. Ohne Apotheke. Ohne Restaurants. Ohne Kiez. Mitten in der Stadt – und trotzdem in einem Hamburg, auf das ihn nicht einmal seine Zeit als Lokalreporter vorbereiten konnte.
Auf Instagram und in Imagebroschüren wird Hammerbrook gern „Hammerbrooklyn“ genannt, was Luxus-Lofts am Wasser, Galerien und Flat White suggeriert. Ohne Filter sieht der Stadtteil ehrlicherweise rauer aus: Hammerbrook ist ein Ort, der nie dafür gebaut wurde, hübsch auszusehen, und der nicht so tut, als täte er es. Die echte Parallele liegt ohnehin woanders: Die Bronx war jahrzehntelang der Stadtteil, über den New York nicht reden wollte. Mittendrin und dennoch abgeschrieben, überhört, übersehen. Genau wie Hammerbrook. Und das erklärt unseren Namen.
Was uns antreibt
Lokaljournalismus stirbt in Deutschland und der ganzen Welt. Zeitungen und hyperlokale Projekte werden eingestellt, Lokalredaktionen zusammengelegt, ganze Viertel fallen in ein Informationsloch. Für Hammerbrook war das schon immer so – ein Stadtteil, der jahrzehntelang als reines Gewerbegebiet existierte, hatte nie eine eigene journalistische Stimme.
Das ändern wir. Nicht mit einer Riesenredaktion und nicht mit einem Millionenbudget – sondern mit einem kleinen Team, modernen Werkzeugen und der Überzeugung, dass auch die Menschen in 20097 verdienen, zu wissen, was um sie herum passiert.
Der Anspruch
HAMMERBRONX ist unabhängig, überparteilich und arbeitet nach dem Deutschen Pressekodex: relevante Informationen, sauber recherchiert, verständlich und transparent eingeordnet. Wie das im Detail aussieht, steht auf der Seite „So arbeiten wir”.
Keine Partei, kein Unternehmen und keine Behörde hat Einfluss auf unsere Berichterstattung. Es gibt keine bezahlten Artikel und keine getarnten Werbetexte. Wir sind nicht neutral – wir sind fair.
HAMMERBRONX befindet sich selbst noch im Aufbau, so wie der Stadtteil, über den wir berichten. Der journalistische Anspruch steht von Tag eins: Kein Behördenfunk, kein Kiez-Klamauk – sondern Lokal-Journalismus aus Hammerbrook für Hammerbrook.
Weil’s sonst keiner macht.
Kontakt: redaktion@hammerbronx.de
Du bist Journalist und willst mitmachen?
HAMMERBRONX startet am 31. Mai 2026 als kleine Redaktion – aber es soll nicht dabei bleiben! Wer Lust hat, den Stadtteil journalistisch mitzudenken, meldet sich bitte hier: redaktion@hammerbronx.de
Du bist kein Journalist, kennst aber eine Story, die mindestens die Nachbarn lesen sollten? Gleiche Mail-Adresse.